Aber immer, wenn ich Reportagen lese oder sehe, in denen die einen nur Opfer sind und die anderen nur Täter, denke ich, so ist das Leben doch meistens nicht, in Wirklichkeit ist es doch meistens komplizierter.

“Vielleicht irre ich mich”, sagte der Freund. “Vielleicht hängt der deutsche Friseur morgen ein Schild mit der Aufschrift ›Refugees welcome‹ ins Fenster.”

Dann wäre er natürlich ein viel größerer Held als jeder Fernsehmoderator, dem bei Flüchtlingsbildern vor der Kamera die Tränen kommen. Es ist einfacher, ein guter Mensch zu sein, wenn man dabei nichts zu verlieren hat.

Harald Martenstein — Refugees Welcome (Die Zeit)

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